Volle Beratung, volles Haus – und die leise Angst vor dem falschen Schritt
Warum auf der Grazer Häuslbauermesse 2026 vielen Besuchern erst bewusst wurde, wie riskant Eigentum ohne professionelle Beratung sein kann.
Die Halle ist voll. Stimmengewirr liegt in der Luft, Prospekte wechseln die Hände, Termine werden hastig vereinbart. Doch während an vielen Ständen über Dämmstoffe, Küchenfronten und Heizsysteme gesprochen wird, geht es im Foyer der Grazer Stadthalle um etwas weit Grundsätzlicheres – und für viele auch Beunruhigenderes: um Recht, Verantwortung und teure Fehler bei der Vermietung.
Mitten im Geschehen setzt der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund Steiermark (ÖHGB) auf der Häuslbauermesse 2026 ein klares Zeichen.
Von Donnerstag bis Sonntag, täglich von 10 bis 18 Uhr, wird der Stand zur hochfrequentierten Beratungszone. Wer hier Platz nimmt, kommt selten mit einer einfachen Frage – und fast nie mit einer einfachen Antwort wieder heraus.
Denn was viele Besucher erst hier realisieren: Miet- und Wohnrecht sind längst kein überschaubares Regelwerk mehr, sondern ein komplexes Geflecht aus Gesetzen, Verordnungen und wirtschaftlichen Fallstricken.
„Ein einziger falscher Schritt kann gravierende finanzielle Folgen haben“, warnt Ing. Peter Hötzer, akad. IM, Vizepräsident des ÖHGB Steiermark. Und dieser Satz bleibt hängen – weil ihn viele am Tisch gegenüber plötzlich auf ihre eigene Situation beziehen.
Genau deshalb hat der Hausbesitzerbund Steiermark gebündelte Expertise an den Messestand geholt. Juristen, Steuerexperten, Bausachverständige und Immobilienpraktiker nehmen sich Zeit für persönliche Einzelgespräche. Darunter renommierte Fachleute wie der ausgewiesene Wohnrechtsexperte FH-Doz. Univ.-Lektor Mag. Christoph Kothbauer, der Bausachverständige Architekt DI Dr. techn. Georg Plankensteiner und der Immobilienexperte Mag. (FH) Hannes Kruplak.
Unterstützt werden sie vom Kernteam des Hausbesitzerbundes Steiermark rund um ÖHGB-Präsident Steiermark RA Dr. Alexander Klein, LL. M.: Steuerberater und Leiter der Arbeitsgruppe Steuern des ÖHGB Dr. Stefan Drawetz, Ing. Peter Hötzer, akad. IM, Dr. Klaus Ladner sowie den Leiterinnen des Beratungsteams Mag. Jur. Sabine Forjan und Mag. Jur. Sabrina Schein. Mit dabei auch zahlreiche Kooperationspartner: Mag. Jur. Thomas Steineder (Versicherung), SV Roland Fasser (Beratung Vermietung von Immobilien), Georg Kuchar (Energieagntur GU), die Sanierungsexperten Baumeister Ing. Hannes Pichler und Stephan Schauer sowie Adolf Peklar, DI Markus Rockenbauer und DI Dr. Kurt Philipp Rockenbauer.
Rechtlicher Beratungsbedarf im Fokus der Häuslbauermesse
Die Gespräche sind intensiv, häufig dringlich. Es geht um fehlerhaft formulierte Mietverträge, drohende Rückforderungen, übersehene Sanierungspflichten, steuerliche Risiken und behördliche Auflagen, deren Tragweite vielen erst im Beratungsgespräch bewusst wird. Nicht selten wird bis an die zeitlichen Grenzen eines Messetages beraten – mitunter auch darüber hinaus.
Wie groß der Bedarf ist, zeigte sich bereits im Vorfeld der Häuslbauermesse 2026: 200 Eintrittskarten wurden verlost, auf eine einzige E-Mail-Aussendung folgten 850 Anmeldungen. Sonderkonditionen für Neumitglieder erwiesen sich als zusätzlicher Anziehungspunkt – insbesondere für junge Eigentümerinnen und Eigentümer sowie angehende Bauherren. Viele von ihnen sahen sich erstmals mit der Erkenntnis konfrontiert, dass Eigentum nicht nur Sicherheit verspricht, sondern auch rechtliche Verantwortung mit sich bringt.
Entsprechend positiv fällt das Messefazit aus. Mag. Martin Ullrich, Geschäftsführer der MCG, zeigt sich hochzufrieden: „Rund 31.500 Besucher nutzten die vier Messetage, um sich gezielt und fundiert zu informieren.“
Auch Ing. Peter Hötzer, Vizepräsident des ÖHGB Steiermark, zieht eine klare Bilanz: Die Häuslbauermesse sei längst mehr als eine reine Leistungsschau. Sie habe sich zu einem Ort der Aufklärung entwickelt – und für manche Besucher sogar zu einem juristischen Wendepunkt. Denn wer im Miet- und Wohnrecht auf qualifizierte Beratung verzichtet, spart womöglich kurzfristig, zahlt jedoch oft später einen hohen Preis.